05.12.2018

Ein Arbeitstag als Relocation Consultant

Die Dienstleistung „Relocation“ ist noch immer nicht in allen Unternehmen bekannt. Dabei leistet unsere Arbeit einen großen Beitrag dazu, dass internationale Mitarbeiter gut ankommen und sich rasch in den Arbeitsalltag integrieren können.

Aber was machen wir denn eigentlich? Unsere Kollegin Ulrike Angelis, die seit 10 Jahren zum Team von compass international gehört, plaudert heute mal aus ihrem Nähkästchen.

Der erste Termin heute ist eine Abmeldung, da für den Kunden aus den USA im Laufe der Woche seine Entsendung endet. Dieses ist ein angenehmer Termin, denn diesen Kunden haben wir bereits bei seiner Einreise betreut. So lassen sich schnell noch ein paar Details klären, während wir im Bürgerbüro warten. Anschließend wird das Abmeldedokument gescannt und an den Personalbereich weitergeleitet.

Nach einer guten Stunde geht es zum nächsten Termin: Abholung aller Unterlagen bei einem indischen Kunden – sein Führerschein muss beantragt werden. Zum Glück erlaubt diese Behörde die Beantragung in Vollmacht – das spart einen Weg und somit Zeit für unseren Kunden! Die Wartezeit auf der Behörde wird genutzt für ein paar Telefonate und einen kurzen Blick in die Mails. Es gelingt uns selten, mehr als 2 – 3 Behördengänge an einem Vormittag einzuplanen, denn die Wartzeiten sind schwer zu kalkulieren.

Nach einer Mittagspause, der Erledigung von Mails, Telefonaten und der Dokumentation der Behördengänge vom Vormittag steht als nächstes eine Wohnungssuche für einen Kunden aus Japan an, der seit einer Woche in Stuttgart ist. Der Wohnungsmarkt ist extrem schwierig, so dass dieses immer eine herausfordernde Aufgabe darstellt. Wie schwierig und gegebenenfalls zeitaufwändig es sein wird, das neue Zuhause zu finden, können sich nur sehr wenige unserer Kunden konkret vorstellen – hier sind viele Informationen und Kommunikationsgeschick gefragt, um die Situation auf dem Stuttgarter Wohnungsmarkt zu verdeutlichen. Auch in diesem Fall konnten wir mit dem Kunden noch keine gemeinsame Wohnungsbesichtigung durchführen – und das obwohl wir schon über 30 Annoncen angeschrieben oder angerufen haben! Später gelingt es jedoch, einen Vermieter telefonisch zu erreichen und mit ihm einen Termin zu vereinbaren. Somit kann sich der neue Kunde freuen, dass gleich am Nachmittag eine Besichtigung ansteht. Beim Treffen mit dem Kunden wird gleich noch ein Bankkonto eröffnet und es bleibt Zeit, Fragen zu beantworten und die nächsten Schritte abzustimmen.

Nun gilt es noch einen Termin mit der Ausländerbehörde zu koordinieren, weil eine Kundin einen möglichst zeitnahen Termin benötigt, da sie auf Geschäftsreise gehen sollte. Im besten Fall gelingt es uns, den schon vereinbarten Behördentermin noch dringlicher zu machen und somit zu verschieben. Gleichzeitig müssen wir die Kundin auch bitten, auf jeden Fall schon mal einen Plan B mit ihrem Chef zu erarbeiten, falls wir keine Antwort bekommen. Viele Termine heißt auch immer viel Zeit auf der Strecke (und somit im Stau) und dabei sollte es noch immer Luft in der Tagesplanung geben, um auch Termine zur Wohnungsbesichtigung wahrnehmen zu können, die sich spontan ergeben haben. Hier ist viel Flexibilität gefragt! Und es ist immer ein sehr gutes Gefühl, wenn wir für einen Kunden sein neues Zuhause finden konnten!

So sagt Ulrike Angelis: „Der Job macht nach vielen Jahren im Außendienst immer noch Spaß. Wir treffen immer viele Menschen und kein Tag ist je so wie der Tag zuvor. Oft ist ganz schön viel Flexibilität gefragt – und auch das macht Spaß und gibt Bestätigung, wenn man wider Erwarten alles unter einen Hut bekommt. Insgesamt habe ich so viel Interessantes, Wissenswertes, Interkulturelles und Zwischenmenschliches fürs Leben gelernt, kann immer wieder an neuen Lösungen und in einem netten Team arbeiten sowie meine Zeit fast immer frei einteilen!“

Das zeigt: Unsere Aufgaben sind vielseitig und vielfältig, erfordern ein hohes Maß an Flexibilität und manchmal auch Verhandlungsgeschick, wenn es darum geht, einem Vermieter den potentiellen neuen internationalen Mieter schmackhaft zu machen. Schwer machen es uns oft die Behörden, die je nach Stadt, Region oder Gemeinde äußerst unterschiedliche Herangehensweisen haben – von einer einheitlichen Bearbeitung bei den Ausländerbehörden, den Bürgerbüros oder Landratsämtern sind wir meilenweit entfernt.

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