29.03.2017

Warum ein Workshop „Treffen zweier Welten“?

Was hat interkulturelle Kompetenz mit dem Thema Sicherheit zu tun?

Ein Interview mit unserem Kooperationspartner Markus Leipersberger von Dynamic Defence Concepts

Hin und wieder werden wir bei Trainings zur Vorbereitung auf eine Entsendung angefragt, inwieweit das Thema Sicherheit Teil des Trainings ist. Wenn es um ‚High-risk‘-Länder geht, arbeiten wir mit den Profis von Exop zusammen.

Nun wird nicht jeder in ein als ‚High-risk‘ eingestuftes Land entsendet, sondern ist viel öfter auf Geschäftsreisen, national oder international.

Unterwegs sein, hießt in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen und dies leider nicht immer nur im positiven Sinn. Hier kommt nun auch die interkulturelle Kompetenz ins Spiel – gerade nonverbale Kommunikation wird nicht überall auf der Welt gleich bzw. wird in unserem, deutsch geprägten Verständnis, interpretiert.

So entstand in Kooperation mit Dynamic Defence Concepts die Idee, unsere Themen zusammen zu bringen: Was kann ich tun, wenn ich in eine unsichere Situation gelange und welche Aussage mache ich alleine durch meine Körpersprache?

Aber lassen wir Markus Leipersberger, den Inhaber von Dynamic Defence Concepts selbst sprechen:

Wie kam es zu der Idee, einen Workshop zum Thema „Sicherheit & Umgang mit Aggressionen“ anzubieten?
Nicht zuletzt durch die derzeit fast täglich durch die Medien gehenden Berichte in denen von Übergriffen gegen Polizei, Rettungsdienste, Schaffner/Zugbegleiter und viele andere Berufsgruppen berichtet wird, entstand die Idee einen solchen Workshop anzubieten. Zusätzlich bekomme ich durch meine tägliche Arbeit mit (Gewalt-)Tätern und auch Opfern, sowie in Gewaltpräventions- und Deeskalationstrainings für Unternehmen und Organisationen, einen tiefen Einblick in die Welt „der Aggros“, Ihrer Denk- und Handlungsmuster und die jeweils angewendeten Methoden und Handlungsweisen.

Wird dem Thema in Organisationen oder Unternehmen die nötige Aufmerksamkeit geschenkt?
Nach unserer Erfahrung spielte in den vergangen Jahren die Thematik in den Organisationen und Unternehmen eher eine untergeordnete Rolle. Natürlich wurden, vor allem für die Managementebene und für Mitarbeiter welche in „Krisenregionen“ unterwegs waren, Schulungen für den „high risk Bereich“ (Terrorismus, Entführungen, Geiselnahme, etc.) durchgeführt. Gerade beginnt nach unseren derzeitigen Beauftragungen aber ein Umdenken bei den Unternehmen und Organisationen! Unter anderem auch bedingt durch die zahlreichen durch die Presse gehenden Vorfälle bei denen es zu Übergriffen kam, aber auch durch immer mehr Bereichte darüber, dass aggressive und gewaltbereite Menschen inzwischen auch keine Hemmungen mehr haben gegenüber Rettungsdiensten, oder gar medizinischem Personal übergriffig zu werden. Inzwischen erkennen immer mehr Unternehmen, dass sie auch in diesem Bereich eine Fürsorgepflicht für Ihre Mitarbeiter haben welche tagtäglich in den Kontakt mit aggressiven Menschen kommen, bzw. kommen können.

Was sind die Schwerpunkte in diesem Workshop?
Lernen die Teilnehmer Selbstverteidigung?
In diesem Workshop geht es ausdrücklich nicht um das Thema Selbstverteidigung – im Sinne davon, dass wir körperliche Abwehrübungen durchführen, oder uns gegen waffenlose, oder gar bewaffnete Angriffe zur Wehr setzen wollen! Der Workshop setzt schon wesentlich früher an – im Sinne des Selbstschutzes, bzw. der Prävention von gewalttätigem Verhalten!

Die wesentlichen Schwerpunkte des Workshops sind

  • Wirkweisen der verbalen und nonverbalen Kommunikation und hier liegt der Schwerpunkt auf dem interkulturellen Verständnis • Strategien im Umgang mit verbalen und nonverbalen Pöbeleien
  • Erkennen, Ziehen und Schützen von Grenzen – verbal und körperlich
  • Innere und äußere Einflussfaktoren bei der Deeskalation
  • Gewalt fördernde Faktoren (Denk- und Handlungsmuster von aggressiven und gewaltbereiten Menschen)
  • Fehler und falsches Verhalten im Umgang mit Aggressoren
  • Die Stufen einer Gewalteskalation – verbunden mit situativer Deeskalation
  • Viele praktische Übungen und Rollenspiele, unter Einbeziehung der Erfahrungen der TeilnehmerInnen

Zur Person Markus Leipersberger
Seit 1991 ist er in verschiedenen Kampfkunst-/Selbstverteidigungsdiziplinen aktiv.

Seit 2004 Entwicklung und Unterrichtung des eigenen Selbstschutzsystems „Dynamic Defence Concepts“. Inzwischen ist er seit insgesamt18 Jahren als Trainer tätig. Nach der Ausbildung zum Personenschützer, von 1998 – 2001 war er in den Bereichen Begleit-, Objekt-, Veranstaltungsschutz und Private Ermittlungen tätig.

In den Jahren 2010, bzw. 2011 Weiterbildung zum “Anti-Gewalt-Trainer nach PIKA®”, anschließend Zertifizierung zum “Anti-Aggressivitäts-Trainer®” und “Coolness Trainer®” beim IKD Hamburg (Institut für konfrontative Pädagogik). Seit 01. April 2011: selbständige Tätigkeit als Anti-Gewalt-Trainer, Gewalt-präventions- und Deeskalationstrainer, Lehrer für Selbstbehauptung, Selbstverteidigung und Stockkampfkunst.

 

 

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