Anti-Bias-Workshop
14.08.2020

Anti-Bias-Workshop

Elke Müller von compass international erklärt wie der Anti-Bias-Workshop diversitätsbewusstes Handeln stärkt

Stereotype und Vorurteile – ein gesellschaftliches Problem, das auch in vielen Unternehmen zu finden ist – oft jedoch unbewusst. ‚Unconscious Bias‘ beschreibt die unbewusste Voreingenommenheit, die fest in unseren Köpfen verankert, Wahrnehmung und Beurteilung beeinflusst. „Um dagegen aktiv angehen zu können und damit andere Menschen nicht unbewusst (oder vielleicht sogar bewusst) in Schubladen zu packen, müssen wir uns mit unseren eigenen Bildern und Bias aktiv auseinandersetzen. Wenn wir über Bias reden, reden wir immer auch über Diskriminierung“, führt Elke Müller, Gründerin von compass international, aus.

Deshalb verfolgt die Expertin für Interkulturalität den Anti-Bias-Ansatz, der ein Bewusstsein über Diversität schafft, Rollenzuschreibungen außer Kraft setzt und diversitätsbewusstes Handeln fördert. Im Anti-Bias-Workshop werde deshalb zunächst erforscht welche Stereotype bestehen und woher diese kommen. „Da Diskriminierung immer mit einem ungleichen Machtverhältnis zu tun hat, hinterfragen wir in den Workshops unsere eigenen Privilegien, die uns Macht verleihen und wie wir diese Macht positiv nutzen können. Und wir stellen uns der Frage, inwieweit und wo wir selbst Opfer von Diskriminierung wurden – denn davon geht der Anti-Bias-Ansatz aus, nämlich dass jeder schon einmal selbst diskriminiert wurde“, führt Müller, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet wurde, aus.

„Ziel des Workshops ist es, die eigene Wahrnehmung zu schärfen, immer wieder aktiv die Perspektive zu wechseln und so ein Bewusstsein aufzubauen, Diskriminierung erkennen zu können. Und es geht darum, wie wir unsere eigenen (unconscious) Bias abbauen können, um ‚Anderen‘ mit so wenig Voreingenommenheit wie möglich zu begegnen“, so Müller weiter.

Aktuell steht Rassismus im Zentrum zahlreicher Diskussionen. Der Anti-Bias-Workshop soll für dieses Thema sensibilisieren. ‚Rassistisch? Ich nicht!‘ – dieser Ansicht mögen viele Menschen sein, doch Elke Müller regt zum Nachdenken an. „Und dennoch sind wir es, nämlich oft mit ganz einfachen Fragen wie ‚Wo kommst du denn wirklich her?‘ oder indem wir Sabine Schmidt zum Vorstellungsgespräch einladen und die gleichwertig qualifizierte Aishe Urcun nicht, obwohl sie auch Deutsche ist. Denken Sie einmal darüber nach.“

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