12.06.2020

COLA und Big Mac Index – Oder was haben ein Burger und ein Getränk mit internationalen Lebenshaltungskosten zu tun?

Die internationalen Lebenshaltungskosten oder neudeutsch ‚Cost of Living‘ spielen bei internationalen Entsendungen eine wichtige Rolle. In den meisten Expat-Verträgen gibt es eine Regelung zur ‚Cost of Living Allowance‘ oder eben kurz ‚COLA‘. Diese Zulage soll sicherstellen, dass der Lebensstil, den sich zum Beispiel eine Familie aus München oder Stuttgart leisten kann, auch in Mumbai oder Shanghai einigermaßen gewährleistet ist. Dabei spielen Mietpreise (in dem Fall für Ausländer), Schulkosten und generelle Kosten der Lebensführung eine Rolle. So gehört zu einem internationalen Umzug bzw. zu einer internationalen Entsendung in der Regel eine Gehaltszulage (COLA).

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Internationale Dienstleister helfen weiter

Wie sich die Lebenshaltungskosten zum Beispiel in Mumbai im Vergleich zu München gestalten, berechnen etliche professionelle Dienstleister, am bekanntesten sind Mercer oder AIRINC. AIRINC ist ein belgisches Unternehmen, mit dem auch wir seit Jahren zusammenarbeiten, wenn unsere Kunden Fragen zum ‚Cost of Living Index‘ haben. So fragt AIRINC auch einmal jährlich bei uns Preise für Wohnungen, Häuser, möblierte Apartments aber auch für Theaterkarten oder Kindergartengebühren in der Region Stuttgart ab.

Was hat das mit einem Big Mac zu tun?

Erfunden wurde dieser Index vom britischen ‚The Economist‘ und ist ein bekannter globaler Kaufkraft- und Devisenmarkt-Index, der halbjährlich neu berechnet wird. Zugrunde liegt diesem Index der Preis für einen McDonald’s Big Mac. So wird der lokale Preis für einen Big Mac in US Dollar umgerechnet. Vergleicht man dann beide Preise, erhält man eine Aussage wie hoch die Kaufkraft dieser Währung in den jeweils anderen Ländern ist – also eine interessante Zahl für Reisende aber eben auch für Expats und internationale Mitarbeitende. Eine aktuelle Übersicht findet sich hier.

‚Cost of Living‘ für Deutschland

Wir machen die Erfahrung, dass die meisten Unternehmen bei internationalen Entsendungen die Lebenshaltungskosten für das Entsendeland im Blick haben bzw. die Mitarbeitenden, die als Expats umziehen, kümmern sich intensiv um dieses wichtige Thema.

Aber nur sehr wenige Unternehmen haben im Blick, dass diese Kosten für die internationalen Fachkräfte ebenfalls eine wichtige Größe sind. So wird in den seltensten Fällen bei Auswahlgesprächen über dieses Thema gesprochen und noch seltener erhalten die internationalen Kanditat*innen entsprechende Informationen. Natürlich ist es richtig, dass sich all diese Informationen im Internet finden lassen und somit sich jede Bewerberin oder jeder Kandidat selbst informieren kann.

Dennoch: Oft wird nach der Ankunft in Deutschland bemängelt, dass der neue Arbeitgeber diese Informationen nicht von sich aus weitergegeben hat. Von den Unternehmen hören wir immer mal wieder: „Wenn wir das machen würden, würden manche Beweber*innen ja gar nicht kommen …“ Ja, das mag sein – aber welchen Eindruck bekommt die neue Mitarbeiterin, wenn sie feststellt, dass es unrealistisch ist, eine Wohnung für 600 Euro mieten zu können?

Wir finden, dass es im Sinne des Beziehungsaufbaus und eines vertrauensvollen Verhältnisses eher ein Vorteil ist, über die ‚Cost of Living‘ zu sprechen – ein guter Aufhänger kann doch der Big Mac sein!

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