Anti-Bias-Workshop – warum und wozu?
23.07.2020

Anti-Bias-Workshop – warum und wozu?

In unserem letzten Blog haben wir kurz das Thema Unconscious Bias (unbewusste Voreingenommenheit) angesprochen. Zum Hintergrund: Bias (aus dem Englischen: Voreingenommenheit) beschreibt kognitive Verzerrungen. Das sind in der Regel Stereotype oder im negativen Fall auch Vorurteile, die wir im Kopf haben und die unsere Wahrnehmung und Beurteilung beeinflussen.

© shutterstock.com | AnneGM

Um dagegen aktiv angehen zu können und damit andere Menschen nicht unbewusst (oder vielleicht sogar bewusst) in Schubladen zu packen, müssen wir uns mit unseren eigenen Bildern und Bias aktiv auseinandersetzen. Wenn wir über Bias reden, reden wir immer auch über Diskriminierung.

Der Anti-Bias-Ansatz

Ganz kurz umrissen, kann man den Anti-Bias-Ansatz wie folgt beschreiben:

 

Sprich, es geht in den Workshops erst einmal darum, unsere eigenen Bilder zu hinterfragen: Welche Stereotypen haben wir im Kopf? Wo kommen die her? Wozu sind sie vielleicht sogar gut? Da Diskriminierung immer mit einem ungleichen Machtverhältnis zu tun hat, hinterfragen wir in den Workshops unsere eigenen Privilegien, die uns Macht verleihen und wie wir diese Macht positiv nutzen können. Und wir stellen uns der Frage, inwieweit und wo wir selbst Opfer von Diskriminierung wurden - denn davon geht der Anti-Bias-Ansatz aus, nämlich dass jeder schon einmal selbst diskriminiert wurde.

Ziel des Anti-Bias-Workshop

Ziel des Workshops ist es, die eigene Wahrnehmung zu schärfen, immer wieder aktiv die Perspektive zu wechseln und so ein Bewusstsein aufzubauen, Diskriminierung erkennen zu können. Und es geht darum, wie wir unsere eigenen (unconscious) Bias abbauen können, um „Anderen“ mit so wenig Voreingenommenheit wie möglich zu begegnen.

Anti-Bias – aus aktuellem Anlass

Schauen wir aus aktuellem Anlass auf das Thema „Rassismus“. Niemand möchte bewusst rassistisch sein (davon gehe ich bei den Lesern dieses Blogs einfach mal aus!) Und dennoch sind wir es, nämlich oft mit ganz einfachen Fragen wie „Wo kommst du denn wirklich her?“ oder indem wir Sabine Schmidt zum Vorstellungsgespräch einladen und die gleichwertig qualifizierte Aishe Urcun nicht, obwohl sie auch Deutsche ist. Denn leider ist es noch immer Realität, dass sich Menschen mit ausländisch klingenden Namen und dem vermeintlichen Migrationshintergrund viermal häufiger bewerben müssen, um zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Und zwar nicht, weil sie sich – anders als „typisch deutsche Bewerber*innen“ – auf die „falschen Stellen“ bewerben! Wir wäre es? Wollen Sie sich Ihrer Privilegien bewusst werden? Dann schreiben Sie mir an mueller@compass-international.de. Ich sende Ihnen einen Privilegien-Test zu und wir reden danach? Ganz unverbindlich! Neugierig? Mutig? Ich freue mich, von Ihnen zu hören!

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