Du bist (noch) so weit, weit weg …
14.09.2021

Du bist (noch) so weit, weit weg …

Denken Sie schon bei der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages an den Onboarding-Prozess? Das sollten Sie – vor allem, wenn für neue Mitarbeitende damit ein Weg mit vielen Unsicherheiten und Formalitäten beginnt.

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Wahrscheinlich fängt in den meisten Unternehmen der Onboarding-Prozess am ersten Arbeitstag der „Neuen“ an. Im besten Fall hat sich die Fachabteilung Gedanken gemacht, was die neue Kollegin oder der neue Kollege alles wissen muss, wer wem vorgestellt werden sollte und hat den Arbeitsplatz ansprechend vorbereitet. Der Personalbereich hält die Zugangskarte zum Unternehmen, die Sicherheitsinformationen, die Firmenbroschüre sowie ein paar Give-Aways bereit.

Noch liegt der erste Arbeitstag aber in weiter Ferne, denn wir befinden uns am Ende des Recruiting-Prozesses. Letzte Details werden verhandelt und der Arbeitsvertrag kann unterschrieben werden.

Jetzt können Sie den Onboarding-Prozess aktiv starten und zum Beispiel Ihrem neuen brasilianischen Mitarbeiter Matheus

  • Unsicherheiten nehmen
  • Klarheit schaffen, was er bis zum Arbeitsantritt und danach erwarten kann
  • Wertschätzung zeigen und Bindung aufbauen.

Wie gelingt das?

Unsicherheiten nehmen

Erklären Sie Ihrem neuen Mitarbeiter Matheus, wie der Visumsprozess ablaufen wird und wer welche Aufgaben übernimmt. Wo werden Sie ihn aktiv unterstützen, was hat er noch im Heimatland zu erledigen?

Was geschieht nach seiner Einreise? Ist für eine Unterkunft gesorgt, in die er sofort nach seiner Ankunft einziehen kann? Bekommt er Unterstützung bei der Wohnungssuche? Wer übernimmt welche Kosten?

Nennen Sie Matheus eine/n Ansprechpartner*in, an den oder die er sich immer wenden kann, wenn Fragen zu seiner Einreise und den ersten Monaten im neuen Land auftreten. Und versorgen Sie ihn jetzt mit ersten Informationen zu seinem neuen Lebensumfeld. Auch wenn es keinen konkreten Anlass für einen Kontakt gibt, schicken Sie immer mal wieder eine kurze Mail mit Informationen zum Beispiel über seine Übergangswohnung, über einen Firmenevent, über eine Veranstaltung, … sprich: Bauen Sie eine Beziehung auf.

Klarheit schaffen

Wer ist wann zuständig? Wie sieht konkret Ihre Unterstützung im Vorfeld bis zum Arbeitsantritt aus?

Am einfachsten lässt sich Klarheit schaffen, indem Sie eine entsprechende Policy erstellen. So sorgen Sie dafür, dass Sie selbst im Vorfeld kein wichtiges Thema vergessen und vor allem, dass Sie alle internationalen Mitarbeitenden gleich behandeln. Denn diese Policy klärt aufkommende Fragen zu

  • Visathemen / Einreise
  • Ankunft / Unterbringung / Unterstützung (z. Bsp. durch einen festen Relocation-Dienstleister)
  • Vergütung / Steuern / Versicherungen
  • Interne Regelungen bei Krankheit / Urlaub usw.
  • Unterstützung für die Familie
  • Weiterbildung (interkulturelles Training / Sprachkurs / usw.)

Mit dieser, auf Ihr Unternehmen abgestimmten, Policy können Sie deutlich aufzeigen, welche Erwartungen Sie haben. Wie schnell soll Matheus Deutsch lernen? Haben seine Sprachkenntnisse Einfluss auf die Probezeit oder auf eine andere Beurteilung? Wie werden Kosten verteilt, sollte es zu einer vorzeitigen Kündigung kommen?


Wertschätzung zeigen

All die oben genannten Maßnahmen machen deutlich, dass Ihnen Matheus am Herzen liegt und Sie ihn willkommen heißen – und zwar schon deutlich vor Arbeitsantritt! Das ist für einen brasilianischen Mitarbeiter (und übrigens für die meisten anderen ‚Internationals‘ auch) essenziell – Beziehungsaufbau, der weit über den reinen Arbeitsvertrag hinausgeht.

Kommt Matheus mit seiner Familie sollte diese unbedingt in Ihre Vorüberlegungen eingebunden sein. Denn: Für die meisten Kulturen ist die Familie deutlich wichtiger als die reine Arbeit.

So können Sie aktiv dafür sorgen, dass Matheus nicht schon vor Arbeitsantritt an Kündigung oder Wechsel denkt, sondern sich freut, einen fürsorglichen Arbeitgeber gefunden zu haben.

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