Jede Entsendung geht zu Ende und deswegen: Reintegration beginnt am ersten Tag der Entsendung
02.03.2021

Jede Entsendung geht zu Ende und deswegen: Reintegration beginnt am ersten Tag der Entsendung

Leider ist selbst nur bei wenigen Global Playern das Rückkehrmanagement integraler Bestandteil der Personalpolitik. Es wird sowohl vom Unternehmen als auch in gleichem Maße von den Mitarbeitenden verantwortet. Nur ein regelmäßiger Austausch während der gesamten Entsendung, das Informieren der internationalen Mitarbeitenden über Veränderungen an ihrem originären Standort, das Aufzeigen von Karrieremöglichkeiten bzw. von Karrierewünschen, kontinuierliche Personalentwicklung auch im Ausland – all das trägt dazu bei, dass Expats und ihre Familien gerne wieder zurück kommen und das Unternehmen nicht kurz nach der Rückkehr verlassen.

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Alle Beteiligten – das Unternehmen, der Expat, die Familie – verändern sich in der Zeit der Entsendung – was viel zu oft unterschätzt bzw. gar nicht beachtet wird. Ist zum Beispiel ein begleitendes Coaching im Gastland Bestandteil der Entsendung, kann dieses auch die Rückkehr optimal vorbereiten. Hier gilt es, ähnliche Fragen wie bei der Entsendevorbereitung zu klären: Wie gehen wir als Familie mit der erneuten Veränderung um? Was hat uns bereichert, was werden wir vermissen? Wie gelingen ein guter Abschied vom Gastland und ein gutes Ankommen? Wie kann das im Ausland erworbene Wissen nutzbringend in das Unternehmen eingebracht. Gerade diesen Punkt beklagt ein großer Teil der Rückkehrenden, nämlich dass sie das im Ausland erworbene Wissen nicht einbringen können.

Gute Planung der Rückkehr schon ab der Ausreise
Es sollte die Regel sein, die Rückkehr genauso sorgfältig zu planen wie den Beginn und die Durchführung des Auslandseinsatzes – und zwar gleich vom ersten Tag der Entsendung an! Dazu gehören neben finanziellen Fragen die ganz praktischen Aspekte der Wohnungssuche und der Wiedereingliederung in den Alltag. „'Die kommen ja in die bekannte Heimat zurück“ ist eine wenig hilfreiche Annahme. Denn die „bekannte Heimat“ und die Entsendeten selbst haben sich den Jahren der Abwesenheit verändert. Auch regelmäßige „Heimaturlaube“ sind etwas anderes wie die Rückkehr. Denn: Wer schaut sich denn am Wohnungsmarkt um, wenn er / sie zum Urlaub kommt? Oder spricht intensiv mit dem Kolleg*innen, dem HR-Bereich? Oder den Vorgesetzten, welche konkrete Weiterentwicklung im Unternehmen stattgefunden hat? Eine gute Möglichkeit, die Rückkehrt zu unterstützen, sind Mentor*innen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ebenso das Hinzuziehen externer Dienstleister, die sich um die Wohnungssuche, die Wiederanmeldung der Kinder an der Schule oder um sozialversicherungsrechtliche Fragen kümmern.

Sprich: Alles, was Expats bei der Vorbereitung auf die Entsendung hilft, hilft auch den Impats, also den Heimkehrenden. Selbst ein Look-and-see-Trip kann sinnvoll sein, wenn die Rückkehrenden an einem anderen Standort tätig sein werden, wie vor ihrem Auslandseinsatz. Und ein Reintegrationstraining vier bis sechs Wochen nach der Rückkehr begleitet einen sanften und nachhaltig erfolgreichen Wiedereinstieg.

Firmeninterne Policy gestaltet Entsendungen erfolgreich
Je besser und langfristiger die Rückkehr geplant wird, desto leichter der Wiedereinstieg. So wird vermieden, was noch immer allzu häufig vorkommt, nämlich, dass die Impats kurz nach der Rückkehr kündigen, weil alles ganz anders ist, als sie es sich erhofft hatten. Noch ein Tipp: Werden Entsendungen (und somit die Rückkehr) fester Bestandteil der Unternehmenspolitik, der Karriereplanung, der Wachstumsstrategie, macht es viel Sinn, eine firmeninterne Policy aufzustellen. Das ist nützlich schon ab drei Entsendungen im Jahr und vermeidet eine Ungleichbehandlung und Einzeldiskussionen mit künftigen Expats. Eine gute Policy ist die Grundlage für professionelle und effektiv gestaltete Auslandseinsätze.

Fazit: Zu einer erfolgreichen Entsendung gehört mehr als der richtige Entsendevertrag, die notwendigen Versicherungen und eine neue Visitenkarte in Landessprache! Die persönlichen Belange der Mitarbeitenden und ihrer Familien sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren für das Gelingen eines mehrjährigen Auslandsaufenthaltes und einer zufriedenen Rückkehr. Die Unterstützung bei der Reintegration sollte die gleiche Bedeutung zugemessen werden, wie das richtige Visum für den Aufenthalt vor Ort!

Es interessiert Sie, wie ein Re-Integration-Workshop aufgebaut ist? Oder wie eine gute Entsenderichtlinie gestaltet ist? Dann sprechen Sie uns an, wir stellen Ihnen unsere Ideen dazu gerne vor!

 

 

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